Fragen an Herrn Christoph Biro

absolut richtige Fragen, sollten eigentlich journalistischer Standard sein, auch bei einem Kommentar…

Der Lindwurm

Christoph Biro, Chefredakteur der steirischen Mutation der „Krone“, holte am 25. Oktober zu einem Rundumschlag gegen Flüchtlinge aus.

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Dazu möchte ich dem Herrn Chefredakteur ein paar Fragen stellen.

-Wo gab es die „äußerst aggressiven sexuellen Übergriffe“? Wer fiel denen zum Opfer? Sind der Polizei entsprechende Anzeigen bekannt? Bei solch schwerwiegenden Anschuldigungen gibt es doch sicher Aktenmaterial, auf das sich Herr Biro stützt, oder?

-Wann und wo haben welche Afghanen Sitze in ÖBB-Zügen augeschlitzt und dies damit begründet, sie säßen nicht auf Sitzen, auf denen zuvor Christen gesessen wären? Es wird dazu ja sicher eine entsprechende Stellungnahme der ÖBB und eine Anzeige bei der Polizei geben, oder?

-Welche weiblichen Hilfskräfte in welchen Flüchtlingseinrichtungen wurden von welchen Flüchtlingen dazu aufgefordert, deren Notdurft zu beseitigen? Da gibt es doch sicher Namen und Zeugenaussagen, oder?

-Welche „Horden“ haben welche Supermärkte „gestürmt“ und dort Verpackungen aufgerissen und sich die Waren einfach „genommen“? Dazu gibt es…

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Niko Pelinka und der ORF

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Selten schlug eine Besetzung eines Posten derart hohe Wellen, wie jene des Bürochefs des ORF Generaldirektors mit Niko Pelinka. Die Stratege der ORF Leitung diese Personalentscheidung kurz vor Weihnachten zu verlautbaren , so der medialen Aufmerksamkeit zu entgehen und die Wogen über die Feiertage abklingen zu lassen , verfehlte ihr Ziel gewaltig. Soziale Netzwerke kennen keine Feiertage , sie reagieren schneller als die traditionellen Meiden und liesen Empörung rasch anschwellen.

Die Kritik war breit und lies kein gutes Haar an der Person Pelinka. Vor allem seine jugendliches Alter stand im Zentrum der Kritik, sie gipfelte in Formulierungen wie „der kleine Niko“ (Jelinek). Die Frage, welche sich hier aufdrängt, ist folgende: Ist es nicht unfair einen jungen Menschen zu kritisieren, weil er Karriere machen will und sich quasi zur selben über eine Vergreisung der österreichischen Demokratie zu echauffieren. Im Zuge der Initiativen von Androsch , Busek und Co wurde schon von Geronto- Demokratie gesprochen und nach dem Verbleib der Jugend im politischen System Österreichs gefragt. Nun, hier ist sie , auch wenn sie uns vielleicht nicht wirklich gefällt.

Niko Pelinka ist der Typ Jung-Politiker , dessen einzige Qualifikation scheinbar darin besetzt netzwerken zu können und Kontakte zu pflegen. Seine Arbeit als Pressesprecher und Medien-Manager , hochgelobt von Österreich und Krone, kann angesichts des aktuellen Debakels um den ORF nicht wirklich kompetent genannt werden. Aber ist Pelinka und dessen Karriere damit Sinnbild unserer Jugend? Das Gegenteil ist der Fall.

Seine Bestellung ist eine Verhöhnung all jener junger Menschen, die nicht den Segen des großen (Partei-) Namens wie Pelinka oder Rudas haben. Jene die sich durch Studium , Zusatzausbildung und schlecht bezahlte Praktika arbeiten müssen und mit 25 nur davon träumen können in eine solche ( gut bezahlte ) Position zu kommen. Ist das Neid?  Wohl eher Ungerechtigkeit, und das von einer Partei, der Gerechtigkeit ja angeblich so am Herzen liegt.

Stichwort Partei: Die Aussage Pelinka,  ebenfalls in Krone und Österreich, er habe doch bei der SPÖ keine politische Funktion inne, kann entweder nur hochgradig ironisch oder arrogant-  realitätsfern sein. Pressesprecher bei der SP-Bildungsministerin und Leiter des SPÖ Freundeskreises im Stiftungsrat sind natürlich alles Funktionen ohne Nahverhältnis zu Partien.

Daher ist auch die Kritik der ORF Redakteure , allen voran Armin Wolf und Dieter Borneman, richtig und wichtig für die Unabhängigkeit und kann nicht , wie beispielsweise von Hausjell als Übertreibung und Generationskonflikt abgetan werden. Der Konflikt dreht sich um den Anspruch des ORF, zumindest was die Berichterstattung betrifft (partei-) unabhängig sein zu wollen, ja es sein zu müssen. Das ist eine Frage der Glaubwürdigkeit, die es zu beweisen gilt.

Dennoch könnte die Causa einen unvorhergesehen Ausgang haben. Pelinka könnte es Ikarus gleichtun , zu hoch zu fliegen und dabei abzustürzen. Es könnte ein politisches Kalkül daherstecken. Pelinka in hoher Position scheitern zu lassen und seine politische ( bzw. mediale ) Karriere so zu beenden und ihn fallen zu lassen.

Auf der Flucht?

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Manchmal wäre es besser nicht jeden Kommentar aus der Provinz wirklich in die Schlagzeilen kommen zu lassen. Selbiges gilt auch für die jüngste Wortmeldung, die uns aus Oberösterreich erreicht. Max Hiegelsberger, seines Zeichen ÖVP Landesrat und Chef des schon seit jeher unheimlich progressive Bauernbundes, meinte „es sei nicht gerecht, dass jene die aus der Kirche austreten keinen Beitrag zahlen“. Um weiter zu Ausgetretene als „Kirchensteuer-Flüchtlinge“ bezeichnen.

Natürlich treten die Menschen in Österreich, aber auch sonst überall in Europa, nur deswegen aus der Kirche aus, um vor der Kirchensteuer zu „flüchten“. Nicht weil sie kein Teil einer Organisation sein wollen, die Wasser predigt und Wein trinkt, die Missbrauch an den schwächsten vertuscht und verheimlicht, um alles, wie es so schön heißt, intern zu regeln. Eine Organisation, die reformatorische, offene Bewegungen jene von Helmut Schuster mit dem Argument des Gehorsams abtut, um sich an anderer Stelle um die Heimholung der verlorenen Schafe der rechtsextrem-konservativen Pius Bruderschaft zu bemühen. Meiner Meinung nach mehr als genug gute Gründe, aus einem Verein auszutreten, der sein moralisches Monopol auf die Deutung der Welt schon lange verloren hat und daher auch seinen Rückhalt in der Gesellschaft zusehens verliert.

Ein Blick auf die tatsächlichen Zahlen zeigt uns außerdem, dass Herr Hiegelsbergers Vorschlag auf tönernen Füssen steht; mehr die Hälfte der Mittel des Bundesdenkmalamts wurden für Sakralbauten verwendet. Jeder Steuerzahler zahle somit für den richtigen und wichtigen Erhalt der Denkmäler mit, eine zusätzliche Steuer wurde ausschließlich der Kirche in Österreich noch mehr Macht und Privilegien bescheren als sie ohnehin bereits besitzen.

Apropos: Wieso keine Steuer für die Bildung, auch von jenen die nicht studieren oder zur Schule gehen? Was die ÖVP wohl dazu sagt….